I glaube i gange no meh…. a Louenesee!
Um den anno 1982 von der Berner Mundartrockband Span besungenen Lauenensee sollen sich ja Mythen und Sagen ranken… Was diesen Bergsee im Berner Oberland so legendär macht (ist es wirklich nur der Song? Oder ist da mehr dran?), wollen wir nun endlich mal selbst erörtern! Und nein, wir waren bislang wirklich noch nicht dort! Und da der Louenesee zwar nicht direkt an unserer heutigen geplanten Route liegt, aber doch sehr in der Nähe ist, nehmen wir den mit.
Nach einer wirklich kuscheligen Nacht und ausgiebigem Frühstück in unserem ebenso kuscheligen Hotel, rollen wir neben und auf der offiziellen Bike-Route zum Nobelort Gstaad, wiederum bei bestem, warmem Herbstwetter!



Die Promis, Internatsschüler und andere Snobs scheinen noch nicht wach zu sein… auf jeden Fall wirkt die schmucke Hauptgasse des Nobelortes etwas gar ausgestorben… hier scheint der Lebens-Rhythmus ein anderer zu sein… So cruisen wir durch den Ort und biegen wieder auf die offizielle Bike-Route zum Lauenensee ein. Bis wir bei der Gmüntebrügg führt ein als Wanderweg deklarierter schmaler Weg fern der Strasse rechts vom Louwibach hoch in Richtung Lauenen… kein Fahrverbot! Machen wir!
Ein noch etwas älteres Pärchen mit etwas hochlenkigen Bikes scheint sich für den selben Weg zu entschliessen, folgt uns und kapituliert bei der ersten groben Steigung des schmalen Weges wieder und kehrt um…! Wir werden Sie wieder sehn, am Lauenensee. 😉
Meine schon fast manische Abneigung gegen asphaltierten Strassen mit viel motorisiertem Verkehr führt uns immer wieder auf ganz spannende Wege. So auch dieser flauschige Weg nach Lauenen!



Ab Lauenen führt auch die offizielle Bike-Route abseits des motorisierten Verkehrs hoch zum Lauenensee. Und auf einmal ist er vor uns: Der Louenesee, wie wir Berner ihn zu nennen pflegen, eingebetet in eine kleine Hocheben, umgeben von Dreitausender des Berner Oberlandes! Schon fast etwas niedlich, der kleine… aber durchaus mythisch anzusehen, von hier oben. Die ersten Wanderer/Spaziergänger kreuzen nun unseren Weg; Menschenslalom ist angesagt, um den See herum zum Parkplatz… die Leute werden immer mehr, fast schon Overtourism mässig Viele!!



Wir haben bald genug gesehen, das ist uns irgendwie zuviel Rummel, wir verlassen fast fluchtartig die Szenerie und rollen auf der Strasse wieder hinunter nach Lauenen und widmen uns unserem eigentlichen Ziel von Heute; In Lauenen biegen wir rechts ab auf die SchweizMobil-Bikeroute Nr. 891 und schmeissen uns in den Aufstieg hinauf zum Trütlisbergpass, 800 hm weiter oben…



Es ist, wie es immer ist in solchen Situationen: Mit zunehmender Höhe steigt auch die Qualität und die Quantität der Panoramen massiv an! Das gilt natürlich auch heute, während wir uns langsam, erst noch auf kleinen Asphaltsträsschen, bald aber schon steiler auf Schotter zum Trütlisbergpass hochkämpfen.



Der Weg ist erst noch ganz easy zu fahren, im obersten Sektor wird er aber steiler und verlangt ob seiner Grobschottrigkeit zuweilen nach etwas verfeinerter Fahrtechnik. Uns kann das nicht bremsen, so sind wir schon bald oben auf dem Pass (Türli)… der aber eigentlich gar nicht der Trütlisbergpass ist, denn der ist noch etwas weiter oben und führt auf der anderen Seite hinunter in die Lenk, und das wollen wir, zumindest heute nicht!



So schmeissen wir uns, nachdem wir versuch haben ein paar Fotos zu schiessen, in die Abfahrt hinunter in den Turbach, der Wind hat mächtig zugenommen, ist zwar warm, aber bläst uns schier von den Bikes! Also nichts wie hinein, ins Verderben… ähm, in die Abfahrt. Und die hat es, gerade im oberen Bereich in sich: Erst auf in sumpfigem Gelände verlegten Streckmetall-Gittern, dann auf einem doch arg grobschottrigen Trail, mit ein paar Stufen versehen, führt der Weg dem Hang entlang. Wir verfeinern unsere Fahrtechnik noch etwas mehr… 😉



Aber bald schon wird der Weg gemütlicher, aber die Simmentaler Kampf-Chueli beäugen uns schon genau, bevor sie uns passieren lassen. Logo, bei dem schmucken Turbach Tal würde ich auch nicht jeden hinein lassen, wenn ich ein lokales Rindvieh wäre…! 😉



Wir lassen es gemütlich nach Gstaad hinunterrollen, bei fast schon hochsommerliche 30°C, Mitte September… der Klimawandel scheint auch hier in den Bergen angekommen zu sein!
Von Gstaad fahren wir den selben Weg wieder hoch nach Saanenmöser, landen auf der Terrasse vom MAISON HORNBERG, geniessen den schon fast legendären, selbst gemachten Ice Tea, und später im Restaurant ein deliziöses Nachtessen, aber auch hier unter den wachsamen Augen eines Simmental Kampf-Chuelis… 😉



Gesamtanstieg: 1504 m
Gesamtzeit: 04:42:44
| Herbst TimeOut | Saanenland |
|---|---|
| Tour 1: | Hornberg |
| Tour 2: | Louenesee, TrütlisbergBike |
| Tour 3: | Rellerli |
