Der Blick vom Balkon unserer Suite am Vortag verhiess nichts Gutes… aber halb so schlimm, der Wetterumschwung mit ganztags Regen war angekündigt und wir habe uns bereits im Vorfeld gut darauf vorbereitet und mit viel Wellness, Spa und Essen den Tag in unserem Hideaway nicht minder erholsam um die Ohren geschlagen… 😉



Aber heute soll es zumindest von oben trocken bleiben, wenn auch gut 20°C kälter als vor zwei Tagen, als noch Hochsommer war… wir packen uns dementsprechend mit in paar textilen Schichten mehr ein und starten auf bekannten Nebenwegen in Richtung Schönried, und von dort in weniger bekannte Gefilde, hinein ins Grischbachtal!



Das Grischbachtal ist übrigens ein ganz schmuckes kleines Tal, dessen Strässchen den Radweg von Bulle über Jaun und Abländschen nach Gstaad beherbergt, und wohl mehr Kühe als Menschen aufweist, die uns aber eher weniger beachten und Ihre Aufmerksamkeit verständlicherweise verstärkt auf Ihr mit frischem Regenwasser angemachtes Gemüse lenken…
Und der namensgebende Grischbach markiert nicht nur die Kantonsgrenze zum Kanton Freiburg, sonder auch gleich noch die Sprachgrenze! So steigt das Strässchen ab Les Adannes merklich an bis, wir auf dem Mittelberg auf gut 1630 m.ü.M. das auf Abländschen führende Strässchen verlassen und der SchweizMobil MTB-Route Nr. 890 folgend in Richtung Rellerligrat weiter an Höhe gewinnen, nun meist auf unbefestigten Wegen.



Die Aussicht vorerst auf die Berge und Täler ennet der Sprachgrenze sind trotz der nicht allzu tief hängenden Wolkendecke fantastisch und gewinnen selbstredend mit jedem Höhenmeter an Qualität, noch bevor wir bei Chaltläger am Planihubel und weiter bei Aherlisbode auch auf die andere Seite bis weit ins Simmental hinunter blicken, derweil die Wege immer schmaler werden. Toll!



Immer weiter dem Grat entlang, mal bergauf, mal etwas bergab geht es gen Süden, und damit verbunden die Hoffnung, der Sonne doch noch einmal zu begegnen heute… wird aber nichts damit, trotzdem wir am Hugeligrat den Peak von fast 1900 m.ü.M. erreicht haben, und nun zum alten Berghaus Rellerli hinunterklettern…



Und auf dem Rellerligrat geniessen wir erst einmal die fantastische Rundumsicht vom Simmental über Gstaad bis nach Feutersoey und im Westen nach Rougemont und Château-d’Oex… und es soll ja wieder ein Bahn hier hinauf gebaut werden… kann ich verstehen, bei dem Panorama… zumal die Relikte der alten Rellerlibahn ja noch in der Gegend rumstehen, dazu später mehr.



Und von nun an gehts bergab… und wie! Erst noch etwas flach auf dem Rellerligrat, wird der Weg, der sich mittlerweile in einen alpinen Wiesentrail verwandelt hat, immer steiler und steiler… was nicht alle mit purer Freude erfüllt, zaubert bei mir ein breites Grinsen ins Gesicht, zumal der Boden erstaunlicherweise sehr griffig ist! Hier zeigt sich wieder einmal der Grundsatz, je steiler der Weg, umso besser läuft das Wasser ab und weicht den Untergrund kaum auf! Das passt!



Der Weg bleibt herausfordernd und führt zudem durch ausladende Herden von Simmentaler Kampf-Chueli, die aber glücklicherweise das genässte Grass als nahrhafter empfinden als unsereins… 😉



Bei Lammbärgere verlassen wir die MTB-Route Nr. 890, da diese nach Saanen hinunterführen würde, das sparen wir uns, zumal der Aufstieg von Saanen/Gstaad nach Schönried ja hinlänglich bekannt ist und die Kälte von nur ca. 10°C doch langsam auch unsere diversen textilen Schichten durchdrungen hat… da ist rasches Aufwärmen dringend empfohlen. So cruisen wir auf einem Schottersträsschen gen Schönried hinunter und bestaunen dabei noch die Relikte der alten Rellerlibahn, insbesondere die Masten mit einer der weltweit einzigen Richtungsänderung der damaligen Gondelbahn!



Dann aber sofort zurück ins MAISON HORNBERG, Aufwärmen, Tiefenreinigen, Chillen und ab ins Apéro und zum letzen mal für dieses Mal ganz gediegen Dinieren, und mit einem kleinen Digestive den Einschlaf-Zeitpunkt nach vorne verschieben…! Hat geklappt… 😉 bis zum nächsten Mal in unserem Hideaway… *seufz*



Gesamtanstieg: 984 m
Gesamtzeit: 03:07:50
| Herbst TimeOut | Saanenland |
|---|---|
| Tour 1: | Hornberg |
| Tour 2: | Louenesee, TrütlisbergBike |
| Tour 3: | Rellerli |
